Gütesiegel nach Tierhaltung muss her

Aktuelle Umfrage bestätigt:

KonsumentInnen und Konsumenten wünschen sich eine Lebensmittelkennzeichnung nach Haltung der Nutztiere.

 

Nicht nur wissen woher es kommt, sondern auch wie es gehalten wurde: Die Haltungsbedingungen von Nutztieren, die für die Produktion tierischer Lebensmittel eingesetzt werden, sind den heimischen Konsumentinnen und Konsumenten im wahrsten Sinne des Wortes nicht „wurst“. Dies bestätigt eine aktuelle Umfrage des Gallup Instituts in unserem Auftrag. Demnach wünschen sich 87 Prozent der Befragten eine entsprechende Kennzeichnung nach Haltungsform bei tierischen Lebensmitteln im heimischen Handel.

 

Positive Effekte auf Konsumverhalten

Eine Kennzeichnung nach Haltung der Tiere hätte auch zahlreiche positive Auswirkungen auf die KonsumentInnen und deren Kaufverhalten: So sehen die Befragten darin ein klares Qualitätsmerkmal, hätten generell ein besseres Gefühl und Sicherheit beim Einkauf und Vertrauen in das gekaufte Produkt. Außerdem würde es den Konsumentinnen und Konsumenten mehr Transparenz vermitteln. Auch die Unterstützung des Tierschutzes spielt eine wichtige Rolle.

 

Was bedeutet artgerecht?

Auch davon haben die Österreicher:innen ein genaues Bild, das wiederum ein klares Zeichen für mehr Tierwohl ist: Um von artgerechter Tierhaltung zu sprechen, muss für 71 Prozent der Befragten ein permanenter Auslauf der Tiere gewährleistet sein. Auch Haltungssysteme mit genügend Platz, sowie eingestreute Liegeflächen und Beschäftigungsmaterial sind für 71 Prozent ebenfalls Pflicht.

 

AMA-Gütesiegel und Tierschutz

„Das Ergebnis spricht eine klare Sprache und bestätigt die Forderung von Tierschutz Austria nach einem verpflichtendem Gütesiegel, das nicht nur die Herkunft, sondern auch die Haltungsbedingungen unserer Nutztiere ausweist“, sagt unsere Vereinspräsidentin Madeleine Petrovic. Dass es hier generell dringenden Nachholbedarf gibt, beweist auch die Unwissenheit der Österreicher:innen dahingehend, ob das generelle AMA-Gütesiegel Tierschutzkriterien berücksichtigt. Während damit gekennzeichnete Lebensmittel in der Realität nur den Mindeststandard in der Nutztierhaltung in Österreich erfüllen, glauben 38 Prozent der Befragten, dass es Tierschutzkriterien berücksichtigt, knapp 30 Prozent sind gegenteiliger Ansicht und ein Drittel weiß es nicht.

 

Eine offensichtliche Mogelpackung, die es aufzuklären gilt und von der sich die Konsumentinnen und Konsumenten künftig nicht mehr täuschen lassen sollten: „Das allgemeine AMA-Gütesiegel sollte besser als Basissiegel bezeichnet werden, da ein Gütesiegel Qualität auszeichnen sollte. Das allgemeine AMA-Gütesiegel steht jedoch nicht für eine tiergerechte Haltung. Das wird den Konsumentinnen und Konsumenten fälschlicherweise suggeriert. Das Ergebnis der Umfrage zeigt jedoch auch, dass sich doch viele Konsumentinnen und Konsumenten trotz intensiver Werbung der AMA mit Einsatz unserer Steuergelder, nicht gänzlich täuschen lassen.“

 

Für mehr Transparenz!

Um Konsumentinnen und Konsumenten mehr Transparenz beim Einkauf bieten zu können, haben wir bereits 2017 die Gesellschaft !Zukunft Tierwohl! gegründet. Diese hat vier Wort-Bild-Marken zur Kennzeichnung tierischer Lebensmittel europaweit geschützt: Die beiden violetten Wort-Bild-Marken „Tierwohl verbessert“ und „Tierwohl gut“ stehen für konventionelle Tierhaltungen, wo wesentliche Verbesserungen gegenüber den gesetzlichen Mindeststandards umgesetzt werden. Die beiden blauen Wort-Bild-Marken – „Tierwohl kontrolliert 2 Hakerl“ und „Tierwohl kontrolliert 3 Hakerl“ – stehen für Tierhaltungen aus biologisch wirtschaftenden Betrieben, wo weitere Verbesserungen umgesetzt werden. Konsumierende können somit durch ihren Einkauf bewusst tierischen Produkten aus verbesserter und kontrollierter Haltung den Vorrang geben und so einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Nachfrage an Produkten aus artgerechter und verbesserter Tierhaltung am Markt. Aktuell sind die Produkte bei Hofer erhältlich.

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