Stellungnahme Wolf – Tiroler Volkspartei

Wir achten auf die Natur, wissen um den Wert einer intakten Tier- und Pflanzenwelt und setzen uns deshalb konsequent für deren Schutz ein. Die Liebe zu Tieren umfasst bei uns nicht nur Wild-, sondern auch Haus- und Nutztiere. Die Bilder von gerissenen Nutztieren, die oftmals über Stunden qualvoll verenden, lassen uns nicht kalt – ebenso wenig wie deren Besitzerinnen und Besitzer. Wölfe reagieren auf das scheinbare „Überangebot“ bei Weidetieren mit dem sogenannten Beuteschlag-Reflex. Das heißt: Es werden wesentlich mehr Tiere getötet als tatsächlich gefressen werden. In Tirol hat es in den letzten Jahren immer wieder Wölfe gegeben, die auf diese auffällige Art und Weise getötet haben. Mittlerweile sind es hunderte Risse in einem Jahr und die Kurve zeigt steil nach oben. Bei solchen Rissereignissen spricht man von Problemtieren und aus unserer Sicht ist ganz klar: Problemtiere sind zu entnehmen.

Der bisherig eingeschlagene Weg des Bescheides über das Jagdgesetz nach vorheriger Beurteilung der Gefährlichkeit des Tieres durch ein unabhängiges Fachkuratorium (hier werden auch die Herdenschutzmaßnahmen und deren Umsetzbarkeit mit beurteilt) und einer anschließenden Gefährdungsverordnung hat mittlerweile bei mehreren Wölfen zu einer de jure Entnahmemöglichkeit geführt. Der sofortige Einspruch durch Umweltorganisationen wie dem WWF führt aber de facto zu totem Recht – und das nach eingehender Beurteilung von Fachleuten.

Als Tiroler Volkspartei stehen wir auf der Seite der Bäuerinnen und Bauern, auf der Seite der Nutztiere und stellen uns gegen Tierleid. Wir sind für den Erhalt und den Schutz der für Tirol so wichtigen Alm- und Weidewirtschaft. Ein weiteres Faktum: Im Alpenbogen ist der Wolf nicht mehr vom Aussterben bedroht. Die FFH-Richtlinie wurde schon längst von der Praxis überholt und ist zu hinterfragen. Deshalb wollen wir vom absoluten Schutz in Richtung Bestandsmanagement gehen. Es soll Weidezonen geben, wo die Nutztierhaltung Vorrang hat. In anderen Zonen kann sich der Wolf wiederum frei bewegen. Gleichzeitig wollen wir gesetzlich die Entnahme von Problemwölfen vereinfachen. Dass dafür entsprechende Datengrundlagen vorhanden sein müssen (Beurteilung der Gefährdung, der Herdenschutzmaßnahmen und deren Verhältnismäßigkeit, Definition des Erhaltungszustandes über den gesamten Alpenbogen, usw.) ist selbstverständlich. Die Bilder von hunderten, gerissenen Tieren können nicht im Sinne von tierliebenden Menschen sein.

Kathrin Baumann, BA MSc (Pressesprecherin Tiroler Volkspartei )

Das könnte Sie auch interessieren

Ganzheitliches Rattenmanagement JETZT

Rattenmanagement muss neu gedacht werden. Die bisherigen Ansätze scheitern und der weitläufige Gifteinsatz gefährdet Mensch, Tier und Umwelt. Welche Lösungen jetzt gefordert sind, warum Ratten mancherorts heilig sind und mehr – HIER!

Gerettete Martinigänse

Von Stopfmast und Lebendrupf – das Leid der Martini-Gans

Trotz Verbot landen noch immer grausam gestopfte und lebendig gerupfte Gänse auf unseren Tellern. Wie die Gastronomie und der Handel rechtliche Schlupflöcher nutzen, warum Transparenz der Schlüssel gegen Tierleid ist und welche tierfreundlichen Alternativen es bereits gibt – HIER!

Interview mit Tierethiker Prof. Winkelmayer: Tierschutz bei der Jagd?

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer hat das Bundes-Jagdgesetz-Volksbegehren mitinitiiert, ist ehemaliger Jäger, pensionierter Amtstierarzt und Veganer. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich intensiv mit Tierethik und Tierschutz. Wir haben ihn gefragt, was das Volksbegehren WIRKLICH fordert und wie wir in Zukunft mit unseren Mitlebewesen umgehen sollten. Das und mehr hier!

Birkhuhn_Gerhard_Rotheneder (2)

2.000 Abschüsse täglich: Österreichs Jagd ist längst nicht nachhaltig

Im Jagdjahr 2024/25 wurden in Österreich ca. 725 300 Wildtiere getötet, darunter auch Arten, die nur für das Abschussvergnügen bejagt werden: Hasen, Füchse, Marder, Wiesel, Iltisse, Fasane, Rebhühner, Birkwild und sogar Wildgänse. Warum Tiere für die Jagd ausgesetzt werden, was sich verändern muss und mehr – HIER!

Zum Newsletter anmelden Newsletter schließen