Petition: Fischotter – Stoppt das grausame Töten in Kärnten

Auch für die Jahre 2021/22 wurden in Kärnten wieder die Tötung von 51 Ottern durch eine Verordnung zugelassen, die die eigentlich ganzjährige Schonzeit des Fischotters reduziert [1,2]. Nicht nur, dass damit eine streng geschützte Art abermals gefährdet wird – wenn über zwei Jahre die zugelassene Anzahl an Ottern gefangen wird, werden damit 30 % der heimischen Otterpopulation ausgelöscht [3]. Viele der Tiere werden durch Conibearfallen erlegt, eine Falle, die gerade den Fischotter auf besonders grausame Weise tötet.  Da Otterjunge bis zu einem Jahr von ihrer Mutter abhängig sind, steigt mit jedem getöteten Weibchen die Chance, dass hilflose Otterjunge hinterlassen werden, die ohne die Versorgung ihrer Mutter sterben.

Die Unterzeichnenden fordern die Kärntner Landesregierung auf, mit sofortiger Wirkung alle Conibearfallen in Kärnten zu entfernen und sowohl die Nutzung der Fallen als auch die Jagd auf den Fischotter zu verbieten.

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Die grausame Wirkung der Conibearfalle

Die Conibearfalle besteht aus zwei Stahlbügeln, die über eine Feder gespannt werden und beim Auslösen mit hoher Kraft zusammenschlagen. Getötet wird das gefangene Tier dabei nicht durch die Schlagkraft der Falle. Stattdessen ist die Falle so konzipiert, dass die Bügel im Hals- und Brustbereich treffen und lebenswichtige Strukturen, wie Herz, Lunge und große Blutgefäße, zusammenpressen. Schlussendlich tötet die Unterbrechung des Blutkreislaufs und der daraus resultierende Kreislaufkollaps. Um es noch einmal zu verdeutlichen: Nicht die Schlagkraft der Falle, also die Fähigkeit z. B. das Genick zu brechen, sondern die Klemmkraft wird zum Töten eingesetzt. Das gefangene Tier erwartet also auch im Falle eines planmäßigen Fangablaufs ein langsamer, qualvoller Tod durch Erdrücken.

Ein ebenso grausames Schicksal ereilt diejenigen, die lediglich an Gliedmaßen oder Schwanz durch die Falle festgehalten werden. Dann müssen die gefangenen Tiere lange in Panik und Todesqualen ausharren, bis sie durch den enormen Stress an Kreislaufversagen sterben, verdursten oder erfrieren. Otter ereilt dieses Schicksal besonders häufig, da sie, als Anpassung an den Wasserdruck, einen um einiges massiveren Brustkorb und muskulöseren Nacken als vergleichbare Landraubtiere entwickelt haben. Das erhöht das Risiko, dass Otter durch die Fallen festgehalten werden, bis sie entweder an Land durch Stress oder im Wasser durch Ertrinken sterben. [1]

Tierquälerische Unterwasserfallen zum Fang des streng geschützten Fischotters

Obwohl die Kärtner Landesregierung in ihrer 81. Verordnung das Töten der Tiere ausdrücklich nur an Land erlaubt [2], werden in Kärnten die Fallen häufig als „drowning set“ unter der Wasseroberfläche eingesetzt. Das kommt daher, dass die recht großen Fallen, wenn sie an Land gestellt werden, eine Gefahr für andere Tiere und auch Kinder darstellen. Denn jedes Lebewesen mit einem gewissen Gewicht kann eine Conibearfalle auslösen und folglich sterben auch andere Wild- oder Haustiere darin [1]. Diese Unselektivität der Conibearfalle widerspricht ebenfalls der 81. Verordnung der Kärtner Landesregierung, in der das Ziel einer „selektiven“ Entnahme ausdrücklich betont wird [2]. Da die Fischotter in den drowning sets vorsätzlich ertrinken, ist die Unterwasser gestellte Conibearfalle ein gewaltiger Verstoß gegen das geltende Tierschutzgesetz, worin das Ertränken „unter den quälerischen Umgang mit Tieren fällt“.

 

Keinen Schutz für Mütter

Die 81. Verordnung der Landesregierung erlaubt die Bejagung der Otter-Weibchen im Winter, wofür ihre Schonzeit auf den Zeitraum vom 1. März bis zum 31. Oktober reduziert wurde. Diese Schonzeit hat nichts mit den biologischen Fakten zu Fortpflanzung von Ottern zu tun, sondern stammt vermutlich aus alter Tradition, in der im Winter Otter für ihren warmen, dichten Pelz gejagt wurden. Der Eurasische Fischotter hat keine festgelegte Paarungszeit. Das heißt, die Jungen können im Laufe des ganzen Jahres zur Welt kommen. Auch im Winter, wo die Jagd auf Otter erlaubt ist, gebären Otterweibchen regelmäßig Nachwuchs. Außerdem sind die Jungen sehr lange von ihrer Mutter abhängig und müssen viel von ihr lernen. Es dauert bis zu einem Jahr, bis sie endlich selbständig überleben können. Mit jedem getöteten Otterweibchen, stirbt folglich auch ihr diesjähriger Nachwuchs. [1]

Quellen:

[1] Krüger, Hans-Heinrich. Kurzgutachten: Zur Frage des tierschutzgerechten Einsatzes von Conibearfallen und zur Einhaltung des Muttertierschutzes bei der Erlegung von Fischottern. 2021

[2] 81. Verordnung der Kärntner Landesregierung vom 6. Oktober 2020, Zl. 10-JAG-1/124-2020, betreffend die vorübergehende Ausnahme von der Schonzeit für den Fischotter

[3] WWF: Kärntner Landesregierung lässt bis zu 30 Prozent der Fischotter töten https://www.wwf.at/wwf-kaerntner-landesregierung-laesst-bis-zu-30-prozent-der-fischotter-toeten/ (aufgerufen 05.01.21, um 9:40)