Stock Hund dunkel und Hund hell

So führst du deine Hunde richtig zusammen.

Entscheidet man sich für einen Zweithund, gilt es einige Dinge zu beachten und zu hinterfragen. Die Frage, ob der bereits vorhandene Hund bereit für einen Partner ist, ist entscheidend. Schließlich möchte niemand ungefragt einen Partner vor die Nase gesetzt bekommen mit dem man nun den Rest des Lebens verbringen soll. Auch muss man bedenken, dass zwei Hunde doppelte Kosten verursachen, mehr Platz brauchen (auch im Auto) und auch die Urlaubsplanung angepasst werden muss. Steht die Entscheidung, geht es darum, den Ankömmling sicher zu integrieren.

Die richtige Auswahl

Die Auswahl des neuen Familienmitglieds ist entscheidend dafür, ob das Zusammenleben der Hunde später harmonisch läuft oder zum Stressfaktor für alle Beteiligten wird. Natürlich sind Hunde Individuen und es gibt keine allgemein gültigen Regeln. Trotzdem sind ein paar
grundsätzliche Überlegungen nennenswert.

Das Alter

  • Junge Hunde benötigen viel Zeit und Aufmerksamkeit. Sie sind oft sehr temperamentvoll. Damit muss der „Ersthund“ umgehen können.
  • Alte Hunde sind meist sehr erfahren im Umgang mit anderen Hunden. Sie sind bereits ruhiger und oft sehr gelassen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen höher als bei jüngeren Tieren.

Das Geschlecht

  • Gemischte Gruppen: Funktioniert meist gut. Rüden haben manchmal die Tendenz „ihr“ Weibchen abzuschirmen oder gegen Artgenossen zu verteidigen. Die Frage der Kastration muss hier auch bedacht werden.
  • Hündinnen: Kann während der Läufigkeit zu Problemen führen. Auseinandersetzungen unter Hündinnen sind zudem oft heftig und ernst.
  • Rüden: Bei Rüden entscheidet oft die Sympathie.

Der Charakter

Ob es unter Hunden aufgrund von Charaktermerkmalen zu Problemen kommt, kann pauschal nicht gesagt werden. Zu Bedenken ist jedoch, dass zwei jagdlich motivierte Hunde sich gegenseitig motivieren könnten. Die Stimmung wachsamer oder ängstlicher Hunde kann sich schnell übertragen. Ruhige Hunde sind nicht immer glücklich über quirlige Gesellschaft.

Die Zusammenführung

Wir empfehlen folgende Managementmaßnahmen:

  • Futterplätze trennen, sodass jedes Tier stressfrei fressen kann.
  • Die Hunde die erste Zeit nur unter Aufsicht zusammenlassen.
  • Viel Geduld und Ruhe. Eine Gewöhnung erfolgt nicht über Nacht.
  • Nicht eines der Tiere bevorzugen.
  • Rückzugsmöglichkeiten für beide Hunde.
  • Kindergitter installieren, um die Hunde trennen zu können.

Der Erstkontakt findet idealerweise auf neutralem Boden statt. Auf keinen Fall den Neuankömmling ohne vorheriges Kennenlernen mit nach Hause bringen. Die empfehlenswerteste Vorgehensweise für das erste Treffen ist ein gemütlicher Spaziergang (nicht auf der Hausstrecke), bei dem sich die Hunde langsam kennenlernen können. Ganz nach dem Motto „Es gibt keine zweite Chance für einen ersten guten Eindruck“, sollte die erste Begegnung entspannt für beide ablaufen. Sind die Hunde entspannt und zeigen kein aufgeregtes Verhalten beim Anblick des anderen, kann man die Distanz verringern und sie zusammenführen. Manchmal ist dies nicht beim ersten Treffen der Fall. Man sollte hier viel Geduld mitbringen und keinen Zeitdruck haben. Beim direkten Kontakt sollten die Hunde auf jeden Fall mit Maulkorb gesichert sein.

Ist der Kontakt friedlich verlaufen, kann man die Zusammenführung zu Hause gestalten. Hier unbedingt ein bis zwei Räume mit Kindergittern abtrennen und die Hunde zuerst durch das Gitter getrennt Kontakt aufnehmen lassen. Je ruhiger man selbst ist, desto ruhiger reagieren die Hunde. Rede mit ruhiger Stimme auf die Hunde ein und lobe sie für jegliches ruhige Verhalten. Verzichte  anfangs darauf, in diesen Einheiten mit Leckerli zu arbeiten. Futter könnte nämlich zu Konflikten führen. Halte die ersten Einheiten kurz und gönne den Tieren ausreichend Pausen zwischen den Trainingseinheiten. Schimpfen und laut werden ist nicht empfehlenswert
und auch nicht zielführend. Dies sorgt nur für mehr Stress und schafft eine angespannte Stimmung und Unwohlsein. Keine gute Basis für ein Kennenlernen.

Die Eingewöhnung

Lasse keine, für Hunde, wertvolle Gegenstände wie Kauartikel oder Spielzeug herumliegen. Dies birgt die Gefahr von Auseinandersetzungen. Trenne die Hunde unbedingt bei der Fütterung. Kuscheleinheiten und Körperkontakt sollten anfangs nur einzeln stattfinden, um Konflikte zu vermeiden. Einer der Hunde könnte dich nämlich als Ressource ansehen und dann gestresst reagieren. Trenne die Hunde mehrmals am Tag, um für Ruhe zu sorgen. Lasse die Hunde anfangs niemals unbeaufsichtigt oder alleine zu Hause.

Bei Problemen Hilfe holen

Bei Problemen ziehe eine/n TrainerIn hinzu oder kontaktiere unsere Trainerinnen von Tierschutz Austria. Eine Liste mit empfehlenswerten TrainerInnen liegt im Tierschutzhaus für dich auf.

Infoblatt – Zusammenführung von Hunden