Konjunkturstärkungsgesetz 2020: Falsche Anreize!

Die Maßnahmen für Unternehmen und insbesondere für die Landwirtschaft dominieren im Rahmen des Konjunkturpakets. Die Belebung der Konjunktur ist wünschenswert, diese muss jedoch eine nachhaltige Wirtschaftsweise vor allem in der Landwirtschaft einbeziehen.

Wir sprechen uns klar gegen den Punkt “Tierbestandszahl” aus!

Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft werden Entlastungsmaßnahmen wie beispielsweise die Erhöhung der Grenze der Buchführungspflicht gesetzt. So sollen künftig drei von bisher sechs Größen entfallen, die zur Vollpauschalierung geführt haben. Gegen die Aufhebung des Punktes „Tierbestandszahl“ sprechen wir uns aus.

Die Grenzen von 60 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche mit höchstens 120 Stück Vieh und 10 Hektar Intensivobstbau fallen weg. Nutztiere können daher NOCH INTENSIVER gehalten werden. Aus unserer Sicht werden hier falsche Anreize gesetzt, die klima- und umweltschädliches Wirtschaften für weitere Jahrzehnte „zu zementieren“.

Prävention durch Ursachenbekämpfung

Eine Belebung der Konjunktur – nach dem heftigen Einbruch durch Corona – macht nur dann Sinn, wenn wir ALLES tun, um Prävention ernst zu nehmen. Intensivtierhaltungen, Wildtiermärkte und Fleischverarbeitungen stellen eine unberechenbare Gefahrenquelle dar. Aus Erfahrung – mit unserem Tierschutzhaus betreiben wir das größte Tierheim in Europa – wissen wir, dass gerade Corona-Viren, die ja auch bei Tieren häufig auftreten (Katzen: FIP), dann zum Ausbruch von tödlichen Erkrankungen führen, wenn die Tiere in Stress geraten, Todesangst haben oder unerträgliche Schmerzen erleiden müssen.

Seit Ausbruch der Pandemie ist zu viel Zeit vergangen, in der zwar Milliarden-Pakete zur Unterstützung bzw. zur Forschung nach Impfstoffen geschnürt worden sind, aber praktisch nichts getan wurde, um die Ursachen – Intensivtierhaltungen und das damit verbundene Tierleid in all seinen schrecklichen Formen – zu bekämpfen.

In Bezug auf Menschen haben wir erkannt, dass Abstand-Halten ganz wichtig ist, um eine Ausbreitung von Infektionskrankheiten einzubremsen. Und bei Tieren? Dort geschieht nach wie vor das Gegenteil: Förderung der intensiven Haltungsformen, noch mehr Tiere pro Quadratmeter, noch weniger Bewegungsspielraum. Die absolut artwidrige Intensivtierhaltung, die Langstrecken-Tiertransporte und Zustände in den Schlachthäusern werden immer neue Infektionsherde, immer neue Phänomene von Overspill (tierische Erreger mutieren zum Menschen) generieren.

Ein Konjunkturpaket muss gerade im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung, die nachhaltige, biologische Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung verstärkt fördern, um hier die richtigen Anreize zu schaffen.