Verhindern wir gemeinsam den #LockdownfürTiere

Brigitte Gradwohl Nothilfe Hund Gitter

Immer mehr während des Lockdowns angeschaffte Tiere werden zurückgegeben oder ausgesetzt – wir müssen handeln!

Viele Menschen haben sich während der vergangenen Lockdowns ein Tier angeschafft – nicht selten Welpen aus illegalem Handel, denn viele Tierheime in Österreich mussten in dieser Zeit mit der Tiervermittlung aussetzen. Nun verbringen die Menschen nicht mehr so viel Zeit zuhause – und der tierische Mitbewohner wird zu aufwändig, zu teuer, vielleicht sogar lästig.

Die Abgabeanfragen haben sich in unserem Tierschutzhaus in Vösendorf bereits mehr als verdreifacht. Meistens sind es Hunde, für die nun kein Platz mehr im Leben ist … Vor Monaten warnten wir – und viele andere Tierschutzorganisationen – bereits vor dieser Problematik, die Herausforderung war absehbar. Dennoch wurde seitens der Politik wenig unternommen, um vorbeugend einzugreifen.

Wir fordern daher, möglichst rasch drei konkrete Maßnahmen umzusetzen, um Tierheime zu unterstützen und ähnlichen Entwicklungen in Zukunft entgegenzuwirken:

  1. Hinwirken auf eine Branchenvereinbarung der Verkaufsplattformen mit klaren und transparenten Regeln für den Online-Tierhandel!
  2. Strengere Kontrollen für Züchter und Händler bei der Einfuhr von Tieren aus dem Ausland!
  3. Vermehrte Aufklärung darüber, was es heißt, gemeinsam mit einem Tier zu leben und welche Aufgaben und Pflichten daraus resultieren!

Unsere Forderungen im Detail

Forderung 1: Hinwirken auf eine Branchenvereinbarung der Verkaufsplattformen mit klaren und transparenten Regeln für den Online-Tierhandel!

Für Privatpersonen ist das Schalten von Tierinseraten auf Online-Plattformen in Österreich mit gewissen Ausnahmen bereits verboten. In anderen Ländern ist dies noch kein Standard (in Frankreich z.B. erst ab 2024). In Deutschland ist man bereits dabei, eine neue Branchenvereinbarung der Verkaufsplattformen mit klaren und transparenten Regeln für den Online-Tierhandel auszuarbeiten. Auch in Österreich sollten wir zu einer klaren und transparenten Vereinbarung kommen!

Forderung 2: Strengere Kontrollen bei der Einfuhr von Tieren aus dem Ausland!

Laut dem Deutschen Tierschutzbund hat die gestiegene Nachfrage nach Haustieren im Corona-Jahr 2020 das unerlaubte Geschäft mit den Vierbeinern massiv angekurbelt – die Zahlen haben sich weit mehr als verdoppelt. Eine Impfung ist erst bei 12 Wochen alten Hunden möglich. Danach muss sich noch der Impfschutz aufbauen. Daher sind die Papiere der Tiere oft gefälscht. Auch haben nicht alle Züchter die entsprechenden Genehmigungen. Wir fordern daher schärfere Kontrollen und eine besser koordinierte Zusammenarbeit mit den ausländischen Behörden!

Forderung 3: Vermehrte Aufklärung darüber, was es heißt, gemeinsam mit einem Tier zu leben und welche Aufgaben und Pflichten daraus resultieren!

Tiere werden vor der Anschaffung idealisiert. Wer sich z.B. zum ersten Mal einen Hund anschafft, bedenkt häufig nicht, dass Hunde Sozialpartner sind, die je nach Rasse und Persönlichkeit unterschiedliche Bedürfnisse haben. Aber auch Hunde aus dem Tierheim bringen ihr Päckchen mit. Der Hund wird dann häufig zum Problemhund degradiert und „muss weg“. Um nicht nur Symptombekämpfung zu betreiben, sondern auch langfristig ein harmonisches Leben zwischen Mensch und Tier zu gewährleisten, braucht es mehr Bewusstsein in der Gesellschaft. Wir wollen früh ansetzen und die Verantwortung und die Verpflichtungen, die mit dem Zusammenleben mit einem Tier einhergehen, bereits Kindern und Jugendlichen nahebringen!