Tierschutz Gatterjagd im Burgenland Wildschwein Wildtier

Im Burgenland soll bereits verbotene Tierquälerei per Novelle wieder erlaubt werden.

Das ist für uns schändlich und klar verfassungswidrig.

„Das modernste und innovativste Jagdgesetz Österreichs“ sei beschlossen worden: So lautete 2017 die Ankündigung der burgenländischen Landesregierung. Der Kern dieses neuen Gesetzes – der auch von uns sehr begrüßt wurde – ein Verbot der Gatterjagd ab dem Jahr 2023.

2020 sieht es jedoch anders aus. Denn von dem Bestreben, diese grausame Tierquälerei endlich zu beenden, scheint nicht mehr viel übrig zu sein: Das Verbot der Jagdgatter soll nun mit einer Novelle des burgenländischen Jagdgesetzes wieder aufgehoben werden.

Doch woher kommt der plötzliche Sinneswandel? Offiziell werden rechtliche Bewilligungen und Bescheide der betroffenen Jagdgebiete als Begründung vorgeschoben. Inoffiziell wird jedoch – auch in diversen Medien – folgendes berichtet: Unsaubere Deals mit gut betuchten Großgrundbesitzern sollen demnach dieses Umdenken hervorgerufen haben.

Wir werden innerhalb der Begutachtungsfirst eine Stellungnahme zu dieser Novelle abgeben. Denn eine Gesetzesänderung in jene Richtung, die einen bereits errungenen Tierschutzstandard wieder zurücksetzt, ist durch das Staatsziel Tierschutz, welches seit 2013 in der Verfassung verankert ist, verfassungswidrig. Zusätzlich werden wir an den Bundeskanzler und den Tierschutzminister per Brief appellieren, um den Rückfall des Burgenlandes in tierquälerische Praktiken abzuwenden. Denn Gatterjagden sind was sie sind: schlimmste Tierquälereien, die einer betuchten Klientel rasche und massenweise Beute sichern sollen. Zusätzlich schränken sie die gerade jetzt so wichtige Erholungswirkung des Waldes für die Allgemeinheit unzumutbar ein.

„Wenn dieses „Feudalgesetz“ wirklich so umgesetzt wird, dann wird dies nicht nur in der Tierschutzbewegung, sondern weit darüber hinaus für Unverständnis und Empörung sorgen.“, so unsere Vereinspräsidentin Madeleine Petrovic.