Madeleine Petrovic Silvester Feuerwerk

Corona könnte Feuerwerksverkauf befeuern – das kann für Mensch & Tier lebensgefährlich werden.

Daher: Keine Knallerei!

Mittlerweile scheint klar, dass das Corona-Virus auch bevorstehende Winterfeste wie Weihnachten oder Silvester in diesem Jahr ganz anders aussehen lassen wird, als man es gewöhnt ist. Gerade die Aussicht auf ein Silvester der anderen Art lässt auch bei uns bereits jetzt die Alarmglocken läuten. Denn da der Jahreswechsel zum Großteil zu Hause stattfinden dürfte, steht zu befürchten, dass sich viele Menschen aus falsch verstandener Feierlaune heuer ganz besonders mit Feuerwerk eindecken könnten.

„Silvester ist für das Tierschutzhaus schon immer Grund zur Sorge. In den letzten beiden Jahren hat zwar die Präsenz der Polizei und die Anordnung einer Sperrzone wichtige Verbesserungen gebracht, doch das Grundproblem bleibt bestehen“, sagt unsere Vereinspräsidentin Madeleine Petrovic.

Tausende Raketen, Knallkörper und Feuerwerksgeschoße, die bereits Tage vor und noch Tage nach Silvester abgefeuert werden, versetzen nicht nur die meisten Haustiere und Wildtiere in Angst, Schrecken und Panik, sondern verpesten auch in einer atemberaubenden Art und Weise die Luft. So wurden zu Silvester 2018 Feinstaubwerte zwischen 150 und 440 Mikrogramm gemessen. Zum Vergleich: Der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm. Deutsche Forscher haben herausgefunden, dass Feuerwerke zu Silvester binnen weniger Stunden bis zu einem Sechstel der Feinstaubmenge generieren, die der Straßenverkehr innerhalb eines Jahres verursacht. Das belastet nicht nur die Umwelt immens, sondern auch die Gesundheit: Die Wirkungen reichen laut Umweltbundesamt von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen.

„Gerade in Zeiten von COVID-19 kommt es eigentlich sehr darauf an, jede vermeidbare Belastung für die Lungen, insbesondere für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, für die Kinder und für alle, die ohnehin an Problemen mit den Atemwegen leiden, absolut einzustellen“, so Petrovic.

Wir werden daher einen Appell mit ebendieser Botschaft an den Bundeskanzler, den Innenminister und den Gesundheitsminister senden. Im Übrigen ist was das Thema Feuerwerk betrifft, im Koalitionsabkommen eine Novellierung des Pyrotechnikgesetztes im Kapitel „Saubere Luft und besserer Lärmschutz“ vereinbart. Daher: Wann, wenn nicht jetzt?