Kalb-Transporte

Madeleine Petrovic relativiert Aussagen einiger ÖVP Politiker zu Agrarpolitik und fordert endlich eine Kennzeichnung tierischer Lebensmittel nach Haltungsform der Tiere.

Nicht nur unsere Vereinspräsidentin Madeleine Petrovic findet: Manche Aussagen und Einstellungen hochrangiger ÖVP Politiker bezüglich „Green Deal“, Biodiversität und „farm to fork“, die auf der Wintertagung des Ökosozialen Forums getätigt wurden, befinden sich fernab jeglicher Realität.

“Sie könnten fast als Generalangriff der ÖVP in Richtung nachhaltige, tiergerechte und regionale Weiterentwicklung von Österreichs Landwirtschaft bezeichnet werden“, so Petrovic. 

Auf der Tagung wurden von ÖVP-Politikern wiederum „Green Deal“, „farm to fork“ und „Biodiversität“ als Generalangriff auf die Landwirtschaft bezeichnet, ja sogar, dass das Feuer im Regenwald durch den Green Deal angeheizt werde.

Petrovic dazu: „Die Brände in den Regenwäldern sind eine Folge der verstärkten Abholzungen, nicht des Green Deals. Waldrodungen für die industrielle Landwirtschaft sowie Viehzucht zur Massenproduktion von Fleisch und Milch. Eine Katastrophe für die Umwelt und das Weltklima“.

Zudem umfasst Biodiversität drei große Bereiche, die eng miteinander verzahnt sind: die Vielfalt der Arten, die Vielfalt der Ökosysteme und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Die Biodiversität nimmt leider erschreckend rasch ab und damit auch die Grundlagen einer gesunden Landwirtschaft. 

Wir müssen aus der Corona-Krise lernen 

Des Weiteren werden immer mehr Erreger zoonotischen Ursprungs zur Bedrohung. Krankheitserreger verbreiten sich in Haltungssystemen, in welchen Tiere unter Dauerstress stehen, sehr schnell. Daher muss endlich ein Umdenken in der Haltung von Nutztieren stattfinden.

Eine Kennzeichnung der tierischen Nahrungsmittel nach Haltungssystemen der Nutztiere, nicht bloß nach Herkunft und Regionalität, ist dringend nötig.

„Wir wissen, dass es eine intensive Einbindung aller Beteiligten braucht, doch wenn jetzt die zuständigen Behörden und Verbände die Ärmel hochkrempeln, können wir schon rasch eine auch für den Konsumenten leicht verständliche und transparente Kennzeichnung heimischer Lebensmittel tierischen Ursprungs umsetzen“, so Petrovic.  

Ihr schwebt eine Lebensmittelkennzeichnung in Anlehnung an die erfolgreiche Kennzeichnung der Hühnereier, gegliedert in die Stufe 0, 1, 2 und 3 für alle tierischen Lebensmittel vor. So werden die KonsumentInnen nicht nur über die regionale Herkunft von Milch und Fleisch, sondern auch über die Haltung der Tiere aufgeklärt. Im Sinne der Produktwahrheit ist das auch der Wunsch der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten, wie das Tierschutzvolksbegehren mit rund 420.000 Unterschriften beweist.