Aktueller Erlass kann erst ein erster Schritt sein.

Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz bzw. Bundesminister Rudolf Anschober hat am vergangenen Karfreitag folgenden Erlass für die Verschärfung der Auflagen bei Tiertransporten unterzeichnet:
www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200411_OTS0005/anschober-tierleid-an-den-grenzuebergaengen-muss-ein-ende-haben

Von Bundesminister Anschober heißt es in der Aussendung: „Tiertransporte aus Österreich heraus gänzlich zu verbieten, ist derzeit EU-rechtlich nicht möglich, wir bemühen uns aber um Verbesserung: Daher habe ich einen Erlass für verschärfte Auflagen bei Tiertransporten unterzeichnet. Damit sind klare Auflagen für derartige Transporte festgelegt. Die Amtstierärzte werden angewiesen, im Rahmen der sogenannten Plausibilitätsprüfung, Tiertransporte nur abzufertigen, wenn ein rascher Transport gewährleistet werden kann, hierfür sind längere Wartezeiten an den Grenzübergängen zu berücksichtigen.“ Zusätzlich müssen sich Transporteure verpflichten, nach dem Transport einen Foto- oder Videobeweis zu erbringen, der die Situationen beim Grenzübertritt und beim Entladen der Tiere dokumentiert.

Wir begrüßen natürlich jede Verschärfung der Auflagen bei Tiertransporten und sehen im Erlass einen Schritt in die richtige Richtung – aber eben nur einen ersten Schritt. Denn aus unserer Sicht wäre es in einer Krisensituation, wie wir sie aktuell erleben, durchaus möglich, „Tiertransporte aus Österreich heraus“ gänzlich zu stoppen. Die Tiere stehen während des Transports unter großem Stress. Gekoppelt mit einem „Zusammenpferchen“ der Tiere auf engstem Raum über einen längeren Zeitraum hinweg, besteht hier ein ernstzunehmendes Hygiene- und Gesundheitsrisiko. Durch Tiere, die den Transport nicht überleben, wird dieses Risiko noch verschärft.

Wir halten „rasch“ im Zusammenhang mit Tiertransporten zudem für einen sehr dehnbaren Begriff – vor allem wenn man bedenkt, dass schon unter normalen Umständen die Lebendtiertransporte quer durch Europa und über Europas Grenzen hinaus alles andere als „rasch“ sind. Die Realität ist ein tagelanges Martyrium ohne Pausen, ohne Wasser. Was wir sehr begrüßen, ist der verpflichtende Foto- oder Videobeweis. Diese Dokumentationen sollten aus unserer Sicht auch offengelegt werden.

Wir hoffen – nach diesem ersten Schritt – auf weitere in die richtige Richtung!