Tiertransporte finden bisher regelmäßig und wöchentlich ins EU-Ausland statt.

Bereits Anfang dieser Woche haben wir uns mit folgender Forderung an Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, Gesundheits- bzw. Tierschutzminister Rudolf Anschober sowie die EU-Kommission gewandt: Ein rasches Verbot von Tiertransporten quer durch die EU sowie in Drittstaaten ist derzeit UNERLÄSSLICH. Stundenlange Staus an den Grenzübergängen sind der Regelfall, das dadurch verursachte Tierleid katastrophal, die hygienischen Missstände bedenklich.

EU-Recht – insbesondere die Verordnung 1/2005 zum Schutz von Tieren beim Transport sowie das EuGH-Urteil C-424/13, welches aussagt, dass die Vorschriften der Verordnung auch auf Transportabschnitten, die außerhalb der EU in Drittländern verlaufen, eingehalten werden müssen – wird aus unserer Sicht derzeit mit Füßen getreten. Es kann nicht sein, dass die EU-Kommission in Zeiten wie diesen die „freie Fahrt“ für den Warenverkehr fordert, ohne Tiertransporte auszunehmen.

Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise berichten, dass Tiertransporte bisher regelmäßig und wöchentlich ins EU-Ausland stattfanden. Zuletzt wurden uns Informationen zu Transporten am

  • 17. März in die Türkei
    18. März nach Aserbaidschan und
    19. März nach Russland

zugetragen. Aus selbigen Kreisen hören wir, dass Mitte März zumindest noch Rinder aus Ried (Oberösterreich), Zwettl (Niederösterreich) und Wehr (Tirol) für den Transport nach Algerien via LKW transportiert und später auf Schiffe verladen wurden.

Wir fordern die Regierung inständig dazu auf, die nationalen Tiertransporte auf Österreich zu beschränken und sich auf EU-Ebene vehement für ein Verbot der Langstrecken-Transporte innerhalb der EU und in Drittstaaten einzusetzen. Das von der aktuellen Regierung veröffentlichte Regierungsübereinkommen ist im Hinblick auf das Thema Tiertransporte außerordentlich fortschrittlich. Die aktuelle Krise sollte genügend Anlass sein, jetzt Maßnahmen in die richtige Richtung zu setzen.

Krisen bieten zumindest die Chance, alte Fehler zu erkennen und Änderungen vorzunehmen. Wir hoffen inständig, dass diese Chance nun ergriffen wird und spätestens nach der Krise ein Umdenken stattfindet.In Zukunft sollten Regionalität und Qualität (vor Quantität) im Vordergrund stehen und Tier-, aber auch Lebensmitteltransporte quer durch Europa verringert werden.