Unsere offizielle Stellungnahme zur Causa ARGE Papageienschutz

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde!

Aus gegebenem Anlass findet ihr im folgenden unsere offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen der ARGE Papageienschutz, die aktuell in den Medien und sozialen Netzwerken kursieren:

Die Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz befand sich im Jahr 2008 in einer Notsituation, da die Unterbringung von damals zirka 40 Papageien in Wiener Neustadt nicht mehr sichergestellt war. Wir kamen der ARGE damals mit einem vorübergehenden Austauschkonzept zu Hilfe – wie immer – spontan und unbürokratisch. Es war allerdings niemals geplant, den Verein derart lange unterbringen zu müssen, dennoch gestatteten wir der ARGE Papageienschutz kulanter Weise und mietfrei den Verbleib für mehrere Jahre.

Schon 2014 Eigenbedarf angemeldet

Bereits im Jahr 2014 wurde der ARGE Papageienschutz die Notwendigkeit einer Eigennutzung der von der ARGE besetzen Räumlichkeiten mitgeteilt, da die bekannte Altlast der Baustruktur des Tierschutzhauses immer mehr zusetzte. Leider stieß auch damals diese Maßnahme trotz mehrerer Gespräche im Vorfeld bei der ARGE Papageienschutz auf Unverständnis und eine unwahre, mediale Retourkutsche. Letztlich boten wir dennoch eine Konsenslösung an und die ARGE zahlte seit diesem Zeitpunkt einen Mietzins für die Nutzung der Räumlichkeiten. Allerdings wurde im Zuge dieses Kulanzangebotes auch eine mittel- bis langfristige Auflösung der Kooperation besprochen und einvernehmlich vereinbart.

Kulanzangebot drei Mal verlängert

Die Beendigung dieser Kooperation wurde von unserer Seite kulanter Weise immer wieder verschoben und mittlerweile schon drei Mal verlängert. „Seit Beginn dieser Kooperation haben sich viele wirtschaftliche und bauliche Gegebenheiten in unserem Tierschutzhaus geändert. Mittlerweile ist unser Haus durch die Altlast massiv bedroht. Es liegen relevante Gebäude-Schäden vor, die ohne hausinterne Umstrukturierungen zur Schließung des gesamten Tierschutzhauses führen können. Daher war es uns leider unmöglich, den Kooperationsvertrag ein weiteres Mal zu verlängern“, sagt Madeleine Petrovic, Vereinspräsidentin.

Poker auf Zeit seitens der ARGE Papageienschutz

Diese Umstände waren der ARGE Papageienschutz also seit Langem bekannt. Leider hat die ARGE Papageienschutz die dringende Suche nach einer Alternative nie ernsthaft wahrgenommen, obwohl wir eine solche sogar noch unterstützt haben. Die aktuelle Vorgehensweise der ARGE als unfair zu bezeichnen, erscheint mittlerweile stark untertrieben. Die ARGE Papageienschutz hat zudem beste Kontakte zur Stadt Wien und diese müsste bei all ihren Immobilien und Tierschutz-Einrichtungen sicher ausreichende Kapazitäten kurzfristig zur Verfügung stellen können. Angesichts der Tatsache, dass das gesamte kontaminierte Grundstück, auf dem wir stehen, der Stadt Wien gehört, wäre dies nur recht und billig. Petrovic: „Ich wurde damals, als wir in der Not geholfen haben, vor der ARGE Papageienschutz gewarnt. Bereits damals vermuteten langjährige KennerInnen der Tierschutz-Szene, dass die ARGE niemals wirklich versuchen würde, eine dauerhafte Lösung zu finden, wenn sie einmal in Teile unseres Areals einziehen könnte. Ich habe ihnen aber vertraut und bin jetzt sehr enttäuscht über diesen Bruch des Vertrauens“.

Da auch wir eine eigene Vogel-Station betreiben, kann natürlich danach getrachtet werden, ARGE-Papageien in unseren Bestand zur Vermittlung zu übernehmen. Aber die weitere Vermietung an einen anderen Verein mit eigenen Bedürfnissen in jenem Trakt des Hauses, der noch am wenigsten von der Altlast betroffen ist, ist unmöglich.

Wir sind gerne bereit, sämtlichen MedienvertreterInnen die tatsächlichen Missstände bei einer Begehung zu zeigen. Zudem verweist der Verein auf die Empfehlung des Gutachters aus dem Jahr 2014 den Standort des Tierschutzhauses auf dem Grundstück Nr. 878/12 (Katastralgemeinde Vösendorf) sobald als möglich aufzugeben. Bei heutigem Wissensstand wäre der Bau eines Tierschutzhauses auf einem kontaminierten Altlast-Areal ohnehin kaum mehr realisierbar. Bei mittel- bis langfristig anhaltender Gefahr eines schwer abschätzbaren Mobilisierungs-Risikos für Schadstoffe aus dem Untergrund sprechen nach Meinung des Gutachters nicht nur ökotoxikologische oder toxikologische, sondern vor allem sozialpolitische, sowie öffentlichkeits- und umweltrelevante Überlegungen dafür, sobald als möglich einen Ersatzstandort für das Tierschutzhaus zu finden.