Doku Empfehlung „Auf der Spur der Hunde-Dealer”

In der Dokumentation “Auf der Spur der Hunde-Dealer” des SRF wurde über Elitdog, einer der vielen Player im Hunde-Online Business, recherchiert. Elitdog operiert von der Slowakei aus und verkauft Welpen nach Österreich und der Schweiz.

Auf die meisten KäuferInnen macht Elitdog einen seriösen Eindruck. Für etwa 1300 Euro lässt sich ein Welpe online kaufen und direkt nach Hause liefern. Elitdog behauptet sogar auf ihrer Website, dass die Hunde unter idealen Bedingungen in Komfort aufwachsen und in fürsorglichen und zuverlässigen Händen von qualifizierten MitarbeiterInnen auf ihre zukünftigen HalterInnen warten würden.

Aber die Realität sieht anders aus. Immer wieder wurden bei Überprüfungen der Elitdog-Welpentransporte an den Grenzen festgestellt, dass Heimtier- und Impfpässe der Tiere manipuliert worden sind. Das SRF-Team filmte mit versteckter Kamera bei den Lieferanten: Die Welpen wachsen in Hinterhöfen, oft in Zwingern auf, die hygienischen Umstände sind extrem schlecht und die Muttertiere werden als Gebärmaschinen missbraucht.  Auch werden Hunde gezüchtet, die Qualzucht sind, da diese Tiere so flache Gesichter haben, dass sie nicht mehr richtig atmen können. Es geht hier nicht um das Wohlergehen des Tieres, sondern der Hund wird als Ware betrachtet, aus dem möglichste viel Profit geschlagen werden soll.

Gesundheitliche Folgen

Aufgrund des Stresses, der früheren Trennung von der Mutter, die schlecht hygienischen Umstände und der mangelnden medizinischen Betreuung, sind viele der Welpen schon vor dem Verkauf krank. Um nach Österreich zu kommen, werden die Welpen in Transportern zusammengepfercht. Dieser zusätzliche Stress und die Nähe zu anderen Welpen sorgt dafür, dass Viren, wie zum Beispiel Parvovirose ein leichtes Spiel haben sich unter den Welpen zu verbreiten. So kommt es immer häufiger dazu, dass der frisch bestellte Hund direkt vom Tierarzt behandelt werden muss. Eine Behandlung die mehrere tausend Euro kosten kann. Weigern sich die BesitzerInnen zu bezahlen, müssen die kranken Tiere eingeschläfert werden. Doch selbst wenn es zu einer Behandlung kommt, ist es nicht immer möglich die geschwächten Welpen zu retten. Letztendlich leiden sowohl Tier als auch Mensch. Die Hunde tragen oft lang andauernde physische und psychische Erkrankungen davon und der Mensch muss häufig für seinen „günstigen“ Hund teuer bezahlen.

Elitdog ist leider kein Einzelfall. Da mit süßen Hundewelpen viel Profit gemacht werden kann, gibt es überall Menschen, die Welpen möglichst günstig vermehren. Nur wenn Menschen aufhören Tiere aus dem Internet zu bestellen, kann dem Leiden ein Ende gesetzt werden. Mit jedem unseriösen Online-Kauf unterstützt man Firmen wie Elitdog, die mit dem Leid der Hunde Geld machen.

Alternativen

Statt sich online ein Tier zu bestellen, gibt es immer die Möglichkeit einem Hund aus Tierheim oder Tierschutz ein neues Zuhause zu schenken. Wenn es unbedingt der Rassehund sein soll, dann sollte man nur eine seriöse Hundezucht besuchen, bei der das Tierwohl den ZüchterInnen am Herzen liegt. Hierbei ist es wichtig kritisch zu hinterfragen wie die Welpen aufwachsen: Wie geht es der Mutter? Wie häufig muss sie im Jahr werfen? Wie und wo wachsen die Tiere auf (leben sie zum Beispiel im Haus und werden so an Alltagsgeräusche gewöhnt, oder sitzen sie in einem kleinen dunklen Zwinger)? Sehen die Welpen gesund aus und sind sie altersentsprechend geimpft? Ein weiteres Warnsignal ist, wenn mehrere Rassen angeboten werden. Sollten Zweifel daran bestehen, ob in einer Zucht das Tierwohl an oberster Stelle steht, dann raten wir vom Welpen Kauf abzusehen, da sonst das Leid der Tiere weiter unterstützt wird.